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Lesebühne am Brüsseler Platz


Köln, 04.08.2004

Zur Konzeption
 

In Berlin erlebt sie eine Hochkonjunktur, in NRW ist sie noch wenig verbreitet - die Tradition der Lesebühne, einer regelmäßigen Veranstaltung an einem festen Platz, von Autoren konzipiert und organisiert, die dort monatlich ihre Texte vorstellen bzw. befreundete Literaten, geistige Weggefährten einladen und dem heimischen Publikum bekannt machen.


Seit März 2005 gibt es auch in Köln so ein Veranstaltungsforum: die hier ansässigen Autoren Adrian Kasnitz, Enno Stahl und Achim Wagner, bekannt durch zahlreiche Lesungen, Veröffentlichungen und Projekte (parasitenpresse, KRASH-Verlag u.v.m.), lesen in den Räumlichkeiten der Nyland-Stiftung an jedem dritten Donnerstag im Monat aus ihren Werken und präsentieren Kolleginnen und Kollegen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Der Schwerpunkt liegt dabei auf nicht-kommerziellen, qualitativ hochwertigen literarischen Ansätzen. Damit sollen die bereits vorhandenen, institutionellen Einrichtungen im Bereich der Literatur ergänzt und um eine neue Facette bereichert werden, die dem literarischen Leben Kölns und der Region Impulse vermittelt, die bislang so in dieser Form nicht oder nur selten repräsentiert sind.


Das Autorentrio versteht das als einen Beitrag zur überregionalen, kulturellen Kommunikation, so ist vorgesehen, auswärtige Autoren mit Schriftstellern aus den Regionen Rheinland und Westfalen in Verbindung zu bringen.


Als zukünftiger Programmschwerpunkt ist vorgesehen, literarische Kleinverlage aus NRW einzuladen, die sich teilweise jahrzehntelang in aufopferungsvoller Weise um ein ambitioniertes Programm bemühen und unter dem anhaltenden kommerziellen Druck immer größere Schwierigkeiten haben, ihre Beiträge in die Öffentlichkeit zu vermitteln.


Neben dem Autorenstamm Kasnitz, Stahl, Wagner und den jeweiligen Gastautoren gibt es eine assoziierte Gruppe von festen Gastautoren, die ab und an für die Stammautoren einspringen, also in unregelmäßigen Abständen zur Lesebühne am Brüsseler Platz beitragen: hierzu gehören Ulrich Bogislav, Crauss, Marcel Diel, Guy Helminger, Rainer Junghardt, Agnieszka Lessmann, Richard Precht.

Für die Pressearbeit ist Kirsten Adamek zuständig. Um für die wissenschaftliche Verankerung zu sorgen und Synergieeffekte im Zusammenhang mit aktueller literarischer und regionaler Forschung sicher zu stellen, wurde ein Programmbeirat gebildet, dem Dr. Sabine Brenner (Rheinisches Literaturarchiv im Heinrich-Heine-Institut, Düsseldorf), Dr. Wolfgang Delseit (Literaturwissenschaftler) und Prof. Dr. Walter Gödden (Literaturwissenschaftler, Autor und Vorsitzender der Nyland-Stiftung) sowie Dr. Jochen Grywatsch (Literaturwissenschaftler, Westfälisches Literaturarchiv, Münster) angehören.